Von:
Uta Schmechta

e-klima.de

Während in Südeuropa Touristen vor Waldbränden ins Meer flohen, wurden die arktischen Zonen zum Ziel von politischem Tourismus. Der Außenminister besichtigte in roter Thermojacke die Gletscher. Und reiste dann weiter Richtung Kalifornien, wo Gouverneur Schwarzenegger mittlerweile als Vorreiter in Sachen Klimaschutz gilt. Im Vergleich zum Rest der USA, vielleicht nach dem Motto: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Wie immer man dies beurteilen will, Klimaschutz ist in aller Munde, ein schneller Trend? Oder der Ruck nach langsamem Erwachen? Zurück nach Deutschland, in die Alpenregion.

Am Vernagtferner im Ötztal messen Wissenschaftler, wie sich dieses Klima auf die Gletscher insgesamt auswirkt. Der Bayerische Rundfunk berichtete, dass man mit der Wassermenge, die in diesem Sommer täglich von diesem Gletscher abfloss, ganz München mit Trinkwasser hätte versorgen können.

Die Gletscher der Hochgebirge und des Polarmeeres speichern achtzig Prozent des gesamten Süßwasservorkommens. Bleibt es heiß, sitzen wir irgendwann auf dem Trockenen, warnen die Wissenschaftler und rechnen vor: Die nächsten 200 Jahre müssten die Sommer sehr kühl und regenreich sein, um das Gletschersterben aufzuhalten.

Sollte man da nicht gut evangelisch mit Luthers Apfelbäumchen und dem "Gott liebt diese Welt" dagegen halten? Aber das wäre reichlich naiv. Und wer diese apokalyptisch anmutenden wissenschaftlichen Berechnungen mit einer theologischen oder biblischen Apokalypse gleichschaltet, hält menschliches Versagen für Gottes Plan. Das Versprechen, das Gott in der biblischen Geschichte von der Sintflut und dem Regenbogen ausspricht, ist vor allem eines, das er sich selber gibt: Solange die Erde steht, werden nicht aufhören Frost und Hitze, Sommer und Winter.

Diese Konstanten sind Naturgesetze, die ihre eigene Dynamik haben und bekommen können, wie jetzt. Wir leben nicht in einem luftleeren Raum, in einer künstlich klimatisierten Zone der Seligen. Das haben die Menschen damals vielleicht noch mehr geahnt und gespürt. Die Natur kommt ohne uns aus, sie braucht uns nicht. Harte Tatsachen. Für mich liegt Gottes Treue da, wo er uns zur späten, aber hoffentlich noch nicht zu späten Bereitschaft hilft, umzukehren!